Kultur
Der Großteil der 730.000 Inselbewohner lebt in den Küstengebieten. Was die meisten Touristen überrascht ist die Multikulturalität und die sich daraus herausgebildete Toleranz. Die „Créoles blancs“ (= die weißen Kreolen), Nachfahren der ersten europäischen Kolonisten, repräsentieren 40% der Bevölkerung und bilden zugleich zwei Gruppen: die „P’tits Blancs“ (= die kleinen Weißen) und die „Gros Blancs“ (= die großen Weißen). Bei den „P’tits Blancs“ handelt es sich meistens um verarmte Bauern, die sich im „Gebirge“ niedergelassen haben, wohingegen die „Gros Blancs“ mächtige Großgrundbesitzer sind und somit auch mit die wirtschaftliche Macht inne haben. Eine weitere Bevölkerungsgruppe stellen die „Cafres“ dar. Sie sind Abkömmlinge der Sklaven und kommen ursprünglich aus dem nahe gelegenen Madagaskar und Afrika.
Auch auf die sog. „Malbars“, ursprünglich indische Erntearbeiter, sowie die „Z’arabes“, ebenfalls aus Indien stammend, trifft man auf der kleinen Insel. Außerdem haben sich seit dem 19. Jahrhundert Chinesen auf der Insel angesiedelt.
Beinahe alle Réunionesen sind katholisch, die Quote liegt bei 90%. Das kommt auch daher, dass viele Sklaven getauft wurden, bevor sie arbeiten „durften“. Der Islam und der Hinduismus sind ebenfalls weit verbreitete Konfessionen, was auf die verschiedenen Herkunftsländer zurückgeht.
Weiterhin gilt zu erwähnen, dass der Lebens-, Bildungs- und Gesundheitsstandard französischen Verhältnissen entspricht und somit relativ hoch ist. Dennoch liegt die Arbeitslosenquote der Insel bei 30% und ist folglich die höchste ganz Frankreichs. Außerdem ist Réunion, seit dem Zeitpunkt der Departementalisierung (1946), ökologisch stark von Frankreich und dessen Subventionen abhängig.